Östliches Mittelmeer

Nun war es soweit. Unsere dritte Kreuzfahrt stand bevor! Dieses Mal für eine Woche durch das östliche Mittelmeer. Unsere Freude auf das Schiff, das Unterhaltungsprogramm und den Ausblick auf das weite Meer war riesengroß! Royal Caribbean bietet eine App an, die schon Wochen im Voraus über Unterhaltungen an Bord und mögliche Ausflüge informiert. Es lohnt sich, bestimmte Veranstaltungen im Voraus zu buchen, wie z.B. Shows, um dann einen sicheren Sitzplatz zu haben. Auch wird man über verschiedene Themen-Abende informiert, so dass man beim Packen schonmal weiß, was man mitnehmen sollte. Themen sind z.B. ‚Dress your best‘, ’70/80/90-er Jahre‘ oder ‚Caribbean-Flower‘.

Weitere Tipps zum Packen:
-große Wäscheklammern (praktisch um Handtücher an der Liege zu fixieren, besonders auf dem Balkon)
-Flüssighandseife
-Magnethaken (Kabinenwand ist aus Metall) für Jacken etc.
-extra Gadget: kleiner Magnet oder Sticker für die Stateroom-Tür (so findet man auch sein Zimmer besser wieder)

Hafen
Der Hafen von Civitavecchia (ausgesprochen Tshi-wi-ta-vek-kia) ist der größte Kreuzfahrthafen Italiens und ca. 70 Km von Rom entfernt. Er bietet 5 Anlegeplätze für Kreuzfahrtschiffe. Das Terminal ist überschaubar und erinnert etwas an einen Flughafenterminal.
Manche Internetseiten berichten von der Möglichkeit, den Hafen von der Zugstation aus zu Fuß zu erreichen. Davon würde ich abraten! Der Weg ist ziemlich weit und es gibt teilweise keinen separaten Fußweg, sowie unebene Straßen. Wir haben dort niemanden zu Fuß laufen sehen. Besser ein Shuttle oder Taxi vom Bahnhof zum Kreuzfahrthafen nehmen.

Flughafen
Wenn man von Deutschland anreist, fliegt man zum Flughafen Rom (Flugzeit von MUC-FCO ca. 1,5 Std.).
Von dort aus kann man mit dem Zug, Shuttle oder per Taxi zum Hafen von Civitavecchia gelangen. Fahrtzeit ca. 1 Stunde. Wir haben in Rom Taxis gesehen, die zum Fixpreis von 150 EUR zum Kreuzfahrthafen fahren.

Auto
Mit dem Auto von München benötigt man ca. 15 Stunden. Wir sind mit Zwischenstopp an der Adria dorthin gefahren. Da wir über Nacht gefahren sind, war auch die Baustelle am Brenner soweit kein Problem (vermutlich noch bis 2030). Für das Parken in Civitavecchia können wir ‚Parcheggio Civitavecchia Porto‘ empfehlen, da man in einer sicheren Parkgarage untergebracht ist, und auch einen Shuttle zum Kreuzfahrtterminal und wieder zurück bekommt. Mehr Infos unter: https://www.myparking.eu/porto_civitavecchia.php

Ein gigantisches Schiff

Warum wir uns für die Odyssey of the Seas entschieden haben?
Wir wollten ein großes Schiff mit viel Aktion und Unterhaltung, speziell auch für die Kinder. Die Odyssey of the Seas ist ein Kreuzfahrtschiff der amerikanischen Reederei Royal Caribbean International. Es bietet Platz für ca. 4180 Passagiere und hat eine Länge von 347 Metern und eine Breite von 49 Metern. Das Schiff ist seit 2021 in Betrieb und hat insgesamt 16 Decks.
Die Passagiere kommen hauptsächlich aus den USA, Kanada, UK, sowie Südamerika, weshalb viele Ansagen und Shows auch auf Spanisch übersetzt wurden. Für uns perfekt, da für uns persönlich mehr ‚Urlaubs Feeling‘ aufkommt, wenn wir nicht die ganze Zeit von der eigenen Muttersprache umgeben sind.

Da wir auf unser vorherigen Kreuzfahrt mit der ‚Harmony of the Seas‘ unterwegs waren, hier eine kleine Erklärung der Unterschiede:
Die Harmony of the Seas gehört zu der Oasis-Klasse, die für ihre Größe und die Vielzahl an Attraktionen bekannt ist. Dieses Schiff ist aktuell hauptsächlich in der Karibik unterwegs.
Die Odyssey of the Seas gehört zur neueren Quantum-Ultra-Klasse, die ebenfalls fortschrittliche Technologien und Unterhaltung bietet, jedoch etwas kleiner ist. 

Tagsüber Lounge mit Panoramablick,
Abends High-Tech-Unterhaltungsshow

Unterhaltung
Programm und Unterhaltung wird auf diesem Schiff ganz groß geschrieben. Langweile gibt’s hier einfach nicht! Tagsüber gibt es Spa-, Wellness- und Fitness-Angebote, Sportwettbewerbe, Games und Quizze, Musikprogramme, Kochkurse und Weinverköstigungen. Abends kommen dann noch Shows und Konzerte, Tanzkurse und vieles mehr dazu.
Außerdem bietet das Schiff weitere Attraktionen wie Autoscooter, den FlowRider (Surfsimulator), den RipCord by iFLY (SkyDive-Simulator) und den ‚North Star‘, eine Aussichtskapsel mit 360-Grad-Blick aus 91 Metern Höhe.

Kids Club
Für Kinder gibt es das Adventure Ocean. Die Kinderbetreuung ist in verschiedene Altersstufen unterteilt:

Adventure Ocean – Juniors (3-5 Jahre)
Adventure Ocean – Kids (6-12 Jahre)
Social180 – Jugendliche (ab 13-17 Jahre) sogar mit eigenem Jugend-Bereich an Deck

Zusätzlich gibt es noch das ‚SeaPlex‘, ein überdachter Sportbereich, in dem sich insbesondere Kinder und Jugendliche beim Fußball- oder Basketball spielen Austoben können. Dort befindet sich auch der Autoscooter und viele weitere Arcade-Spielautomaten (Kosten extra).

Achtung: die Betreuung von Kindern ab 6 Monaten bis 3 Jahren ist kostenpflichtig und findet in der Royal Babies & Tots Nursery statt.

Internetverbindung
Es gibt eine schnelle Internetverbindung auf der Odyssey of the Seas, allerdings gebührenpflichtig. Wir haben uns dagegen entschieden und haben somit nur bei unseren Landgängen Internetverbindung gehabt. Das war wirklich entspannend, kann ich nur empfehlen! 🙂

Hauptrestaurant fürs Abendessen

Verpflegung
Essen ohne Ende! Und das auf höchstem Niveau! Wirklich klasse! Hier wird keiner hungrig sein und jeder Appetit gestillt. Ein Highlight ist das Abendessen im Hauptrestaurant. Vorab muss man sich für eine festgelegte Uhrzeit entscheiden.
Wir haben uns für 17.30 Uhr entschieden und waren somit meist gegen 19 Uhr mit dem Essen fertig. Jeder Tisch bekommt seinen persönlichen Service-Kellner, der einen für die gesamte Kreuzfahrt betreut. Das ist eine tolle Sache und lässt eine familiäre Atmosphäre entstehen. Er nannte uns beim Namen, fragte jeden Abend, wie unser Tag gewesen war und war immer für einen kleinen Plausch zu haben.
Beim Essen kann man zwischen verschiedenen Optionen jeweils für Vorspeise, Hauptgang und Nachspeise wählen, die dann mit Liebe angerichtet serviert wurden.
Für den kleinen Hunger zu anderen Tageszeiten gibt es verschiedene Restaurants und Bistros, an denen man sich kostenlos stärken kann, wie das Restaurant Windjammer, die El Loco-Burrito-Bar oder Sorrento’s Pizza. Und natürlich gibt es Softeis ohne Ende!
Starbucks, Teppanyaki und Giovanni’s Italian Kitchen & Wine Bar kosten extra und benötigen meist eine Reservierung vorab. Ebenso das ‚Wonderland‘, in dem man sehr speziell essen und einen ganz besonderen Abend erleben kann. Nichts scheint so zu sein, wie es aussieht. Wir haben es ausprobiert und können es ganz klar weiterempfehlen. Super toll gemacht, lecker und auf jeden Fall mit Staunen verbunden. Wenn ihr mehr darüber wissen möchtet, schaut gerne bei Instagram vorbei: https://www.instagram.com/travelfeetfamily/

Special Dinner im Wonderland

Die Route

Tag 1: Ablegen im Hafen von Civitavecchia, gegen 16.30 Uhr
Tag 2: Tag auf See
Tag 3: Stopp auf Santorin, von 11.00 – 22.00 Uhr
Tag 4: Stopp in Kusadasi, von 09.00 – 18.00 Uhr
Tag 5: Stopp auf Mykonos, von 09.00 – 18.00 Uhr
Tag 6: Tag auf See
Tag 7: Stopp in Neapel, von 08.30 – 18.00 Uhr
Tag 8: Ankunft Civitavecchia Hafen, gegen 07.00 Uhr in der Früh

Erklärung Tenderboote
Tenderboote sind Boote am jeweiligen Anlegehafen, in verschiedenen Größen (können Platz für bis zu 60 Personen, aber auch bis zu 300 Personen haben), die einen vom Kreuzfahrtschiff zum Hafen an Land bringen. Auf Santorin war die Fahrzeit ca. 10 Min. Unser Tenderboot war für
ca. 60 Personen ausgelegt und hatte keine WCs an Bord. Wer Tendern möchte, holt sich am Ablegetag in der Früh (ca. 08.00 Uhr) kostenlose Tickets, auf dem die Startnummer verzeichnet ist. Wenn die Nummer aufgerufen wird, bedeutet es, dass man AB diesem Zeitpunkt die Möglichkeit zum Tendern hat. Es bedeutet nicht, dass man an einen bestimmten Timeslot gebunden ist.

Santorin
Unser erster Stopp und unser erstes Mal Tendern! Wir waren alle sehr gespannt! Erstmal hieß es auf dem unteren Deck Anstehen und warten. Nach ca. 30 Minuten waren wir bereit für die Überfahrt in einem kleinen Boot auf die griechische Kykladen-Insel. Die Aussicht war klasse, die Sonne heiß und das klare Wasser glitzerte.
Im Hafen angekommen, wartete bereits die nächste riesen Schlange vor der Seilbahn. Diese besteht aus 2 Linien, mit jeweils 5 Gondeln auf der einen und 6 Gondeln (ca. 6 Personen pro Gondel) auf der anderen Seite. Somit entschieden wir uns, die ca. 600 Stufen der Karavolades-Treppe zu Fuß zu gehen.
Direkt zu Beginn kommt man an sehr vielen Maultieren (Mischung aus Pferd und Esel) vorbei, die in Reihen dort auf ihren Einsatz warten. Auf meine Nachfrage an den Maultier-Bauern, wie viele Maultiere hier denn insgesamt (oben und unten der Treppe) stehen, antwortete
er ‚400 Stück‘! Wahnsinn! Er versuchte uns dann auch gleich auf einen Ritt zu überreden, aber wir lehnten ab. Die Maultiere standen im Schatten und hatten Wassereimer an verschiedenen Stellen, aber ob diese Anzahl der Maultiere notwendig ist..?!
Der Aufstieg war dann für uns alle sehr anstrengend. Es war heiß, die Treppen sehr rutschig, überall Maultier-Exkremente, der passende Geruch dazu und zu guter Letzt noch die gefährlichen Situationen, wenn die Maultiere beim Hoch- und Runterlaufen an einem vorbeigetrabt sind. Ich muss sagen, wir hatten wirklich Angst! Die Tiere laufen ohne Führung oder Leine, mit und ohne Touristen, welche die Maultiere auch nicht lenken können. Mit sowas hatten wir nicht gerechnet!
Überglücklich nach ca. 1 Stunde Fußweg oben lebendig und unversehrt angekommen zu sein, konnten wir dann die Schönheit Santorins genießen. Die Lokale und Restaurants sind wirklich toll und bieten einen spektakulären Blick auf das ägäische Meer. Die Häuser alle in weiß, sehr gepflegt und mit vielen Blumen, lassen ein ganz besonderes Flair aufkommen. Die kleinen, engen Gassen laden zum Shoppen ein und hin und wieder sieht man irgendwo ein Kätzchen in der Sonne liegen. Eine tolle Insel! Wirklich beeindruckend, dass die Menschen auf einem Vulkankraterrand leben.
Den Weg hinunter sind wir dann mit der Gondelbahn (Preis 10 € pro Erw., 5 € für Kinder von 6-12 J.) gefahren. Also es lohnt sich, dafür anzustehen. Für Reisen mit kleineren Kindern: unbedingt Tragetuch oder Ergobaby mitnehmen. Mit dem Buggy oder Kinderwagen kommt man hier nicht weit.

Maultiere ohne Ende..

Kusadasi
An diesem Stopp hat uns besonders gut gefallen, dass wir direkt im Hafen anlegen konnten. Somit kann man selber im Anlegezeitraum nach Lust und Laune das Schiff verlassen und wiederkommen. Schon direkt im Hafen sieht man viele Palmen und es gibt sogar einen kleinen Kies-Strand gleich in der Nähe. Viele Restaurants, Bars und Shops sind fußläufig zu erreichen.
Wir sind dann zum ‚Grand Bazaar‘ gegangen, einem großen türkischen Markt bei dem man seinen Verhandlungsküsten freien Lauf lassen kann.
Es gibt eine große Auswahl an Schmuck, Taschen, Kleidung, Trikots und vielem mehr. Hier wird jeder fündig!
In einer Bar mit Meerblick haben wir uns dann einen ‚Turkish Coffee‘ und Apfeltee schmecken lassen. Überall gibt es auch Leckereien aus Nougat mit Nüssen oder auch Baklava (Schichten von dünnem Filoteig, die mit gehackten Nüssen/ Walnüssen verflochten sind und in einem süßen Sirup getränkt sind), sehr zu empfehlen!

Bazaar in der Türkei

Mykonos
Auf der griechischen Insel Mykonos, hatten wir das Glück, direkt im Hafen anlegen zu können. Allerdings handelt es sich hierbei um den neuen Hafen und das Leben spielt sich eher im ‚Alten Hafen‘ ab. Deshalb werden direkt bei Ankunft Wassertaxis zum alten Hafen angeboten.
Preis pro Person 2 EUR, Fahrtdauer ca. 15 Min. Es gibt auch die Möglichkeit, zu Fuß dorthin zu laufen. Allerdings verläuft der Weg meistens an der engen Straße ohne Fußweg entlang und man ist bestimmt 40 Min. unterwegs. Es fahren auch Linienbusse, diese kosten 2 EUR pro Person zum alten Hafen. Dort angekommen, gibt es eine schöne kleine Bucht mit feinem Sand und sehr schönem türkisen Wasser – auch gut für kleine Kinder geeignet. Die kleinen Gassen laden zum Shoppen und Verweilen ein. In ‚Little Venice‘ kann man direkt am Wasser im Lokal frische Meeresgerichte genießen oder seinen Cocktail schlürfen. Hohe Preise, aber dafür tolle Aussicht!
Die berühmten 5 Windmühlen, welche auch das Wahrzeichen von Mykonos sind, sind ebenfalls sehr gut fußläufig zu erreichen. Sie bieten nicht nur tolle Fotomotive, auch die Aussicht von dort oben auf das glitzernde Meer ist atemberaubend.

Manchmal muss man genauer hinsehen..
hier eine Mini- Stadt, mitten auf dem Fußweg


Neapel
In der drittgrößten Stadt Italiens konnten wir im Kreuzfahrthafen ‚Stazione Marittima di Napoli‘ anlegen. Er befindet sich nah zum Stadtzentrum, gegenüber der Burg Castel Nuovostazione Marittima. Die Stadt kann man fußläufig erreichen, wie auch die Metro, um mit der
U-Bahn zum Hauptbahnhof (Bahnhof Napoli Centrale) zu fahren.
Auch wir haben uns mit der Metro auf den Weg zum Hauptbahnhof gemacht, um von dort aus mit dem Zug Circumvesuviana nach Pompeij zu fahren. Dieser Zug kostet ca. 4 EUR pro Person und war maßlos überfüllt, stickig ohne Klimaanlage, ohne Toiletten oder Sitzplatz, da viele schon bei der Ankunft belegt waren. Dann fuhr der Zug -ohne Zwischenstopp- 30 Minuten lang bis ‚Torre Anunziata‘. Zehn weitere Minuten später hielt der Zug dann in Pompeji. Die Fahrt hatten wir uns entspannter vorgestellt.
Aber dann Pompeji zu sehen, war einfach wunderbar! Das Gelände ist riesig und sogar bis heute noch nicht vollständig erforscht! Überall sieht man Ruinen aus der früheren Zeit und alte Thermalbäder mit schönen Verzierungen. Ebenfalls gibt es ein paar Figuren, die Formen und Positionen der letzten Momente der Menschen beim Vulkanausbruch zeigen. Das Amphitheater von Pompeji ist eines der ältesten noch erhaltenen römischen Amphitheater. Es gibt auf diesem Gelände so viel zu sehen, man kann sich hier viele Stunden aufhalten.
Von Pompeji zurück zum Hafen sind wir mit einem Taxi für ca. 90 Euro gefahren. Mehr Laufen kam für uns an diesem Tag nicht mehr in Frage 🙂

Fazit: Wir sind nach wie vor absolute Kreuzfahrt-Fans und können es kaum erwarten, irgendwann mal wieder an Bord zu gehen. Auf diesem Schiff gibt viel Neues und Spannendes, sowie jede Menge Action! Wer was erleben möchte, ist auf der ‚Odyssey of the Seas‘ genau richtig!